Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen. (Julia Friedrichs)
Weitestgehen gelungene Reportage über Deutschlands Eliteschulen und -universitäten, jedoch einen Tick zu voreingenommen.
Das erste Kapitel lässt zunächst auf das Schlimmste schließen: Die Autorin lernt die Welt der Elite kennen und zwar bei einem Auswahlverfahren von McKinsey. Und natürlich sind das alles ganz, ganz böse Menschen. Allerdings macht die Autorin auch deutlich, dass diese Leute eine gewisse Anziehungskraft auf sie auslösen und reist in der Folge durch Deutschland um Eliteschulen und -universitäten zu besuchen, immer auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, was denn Elite ausmacht. Dabei versucht (!) sie weitestgehend objektiv zu bleiben und schafft das über weite Strecken auch. Genau das macht dieses Buch so lesenswert, dass der innere Dialog der Autorin die deutsche Diskussion zum Thema Elite wiederspiegelt: Ein permanente Pendeln zwischen unreflektierter Glorifizierung und reflexartiger Verurteilung verbunden mit dem zwangsläufigen "in-die-rechte-Ecke-stellen". Erst gegen Ende besinnt sich die Autorin dann doch ihres offensichtlich relativ extrem linken Ursprungs und kehrt zurück zur Schwarz-Weiß-Malerei. Bis dahin hat man aber viel interessantes über die Eliteschmieden der Zukunft erfahren.
Lesen? Kann man lesen
Wer liest das? FDP-Wähler, Streber, Kommunisten
Lies-das Note: 3,0
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