Asshole - Wie ich lernte, ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde (Martin Kihn)
Interessanter Titel, interessante Idee - mittelmäßiges Buch.
Marty ist der typische feminisierte, akademische Über-Softie und merkt, dass man es so im Berufsleben nicht weit bringt. Das will er ändern und er wandelt sich mit Schauspielunterricht, Coaching, Ernährungsumstellung und so weiter zum Arschloch. Eine ganz nette Idee, die aber nicht durchgehend gelungen umgesetzt wurde. So kann sich das Buch nicht entscheiden: Ist es ein Roman? Eine Autobiographie? Ein Ratgeber? Oder doch nur Comedy? So bekommt man dann von allem ein bisschen was und hat manchmal das Gefühl, dass diese nette Idee einfach zu wenig Substanz hatte. Die Wandlung vom Paulus zum Saulus gelingt dem Autor nicht so wirklich überzeugend und früh merkt man zwischen den Zeilen, dass sich hier der typische Hollywood-Verlauf anbahnt: Einmal vom Paulus zum Saulus und dann selbstverständlich wieder zurück. Tatsächlich endet alles in einem ziemlich kitschigem und fantasielosem Ende. Immerhin ist das Buch auf dem Weg zu diesem Ende vergleichsweise angenehm zu lesen, wenngleich es aber selten über das Mittelmaß und einzelne Schmunzler hinauskommt. Erst gegen Ende baut das Buch dann aber doch etwas ab. Letztlich war es dann doch mehr eine Marketing-Seifenblase: Was der Titel verspricht, kann der Autor höchstens in Ansätzen einlösen.
Lesen? Lies das eher nicht! Immerhin keine Zeitverschwendung.
Wer liest das? Softies mit unterdrückten Aggressionen
Lies-das Note: 3,5
Informationen:
- Taschenbuch (287 Seiten)
- Verlag: Ullstein; Auflage: 3 (2008)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 978-3-550-086687
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